Eß-Brechsüchtige sind in der Regel normalgewichtig, dennoch sind sie davon überzeugt, "zu dick" zu sein. Diese Situation erscheint zunächst nicht besonders problematisch. Sie wird es dadurch, daß die Betroffenen einerseits unfähig sind, ihre strengen Diätplänen einzuhalten, und andererseits auf jede Abweichung von diesen Plänen mit Angst und noch strengeren Diätvorhaben reagieren, die erneut scheitern. Die Betroffenen meinen endlich einen Ausweg gefunden zu haben, indem sie zugeführte Nahrung erbrechen, oder aber abführende Mittel einsetzen. Allerdings bleibt die erhoffte Gewichtsabnahme aus, da die Betroffenen zunehmend mehr essen. Essen und erbrechen heißt jetzt der Teufelskreis. Ihrer Angst vor einer Gewichtszunahme zu entgehen versuchen sie durch erbrechen auszugleichen. Die darauf einsetzenden Schuld-und Schamgefühl führen zu erneuten Spannungen und Unruhe. Sobald erbrochen wurde ist der Weg frei zum nächsten Eßanfall. In schweren Fällen kann dies sogar bis zu 20 Mal pro Tag statt finden. Es gibt auch einige Betroffene die es nicht fertig bringen die Nahrung zu erbrechen. Häufig wird von ihnen der Trick benutzt, daß sie die Nahrung kauen, und anstatt sie herunter zuschlucken, spucken sie sie aus. Bulimie ist eine zerstörerische Sucht, die oft schleichend beginnt. Die wenigsten wissen wohin ihre Sehnsucht perfekt schlank zu sein, sie hinführt. Um an den Folgen der Bulimie zu sterben ist eher eine Ausnahme. Im Gegenzug dazu kommt es häufiger zu Todesfällen, die als indirekte Folge der Eßstörung angesehen werden. Viele Betroffene leiden im Laufe ihrer Krankheit auch immer stärker unter Ängsten, depressiven Störungen und Zwängen. Das Selbstwertgefühl sinkt immer tiefer, was häufig auch noch eine langsam wachsende soziale Isolation nach sich zieht. Das Leben erscheint dann sinnlos. Diese Probleme können in tragischen Fällen solche Depressionen auslösen, die dann zum Selbstmord führen können. Die einzigste Möglichkeit aus diesem Strudel von Eßstörung und Depressionen herauszufinden ist, sich so schnell wie möglich therapeutische Hilfe zu suchen.

Merkmale der Bulimie:

Gerötete Augen
Auffallend starke Karies
Verschwinden von Nahrungsmitteln
Täglich mehrmals wiegen
Aufsuchen der Toilette nach jeder Mahlzeit

Die Folgen diesen Verhaltens sind:

Ständiges erbrechen und Mißbrauch von Abführmitteln kann zu Störungen des Elektolythaushaltes führen
Herzrythmusstörungen mit schließlich bleibenden Nierenschäden
Magenerweiterung
Verletzung und Schwellung der Speiseröhre
Wassereinlagerungen in den Gelenken
Verstopfung
Menstruationsstörungen

Heißhungeranfälle können unter folgenden Punkten auftreten:
Als Teil der Tagesstruktur
Aus Gewohnheit
Aus einem Gefühl der Leere
Aus Langeweile
Nach Kränkungen
In Spannungssituationen
Aus Isolation
Aus Diätverhalten, da der Blutzuckerspiegel sinkt