Klinikaufenthalt von Alina in der Seepark - Klinik in Bad Bodenteich
vom 01.04.2002 - 25.06.2002 eMail an Alina

Anfang 2002 ging es mir so schlecht, dass ich ernsthaft über einen Klinikaufenthalt nachdachte. Ich habe sehr stark geschwankt weil ich nicht wusste wie es werden würde - ich hatte große Angst. Angst davor, dass man mir nicht helfen kann und auch dass ich einfach nur übertreibe und in wirklichkeit gar kein Problem habe.

Allerdings sah es in der Realität so aus: ich hatte Ess-sucht und wog ca. 40 kg zuviel für meine Körpergröße, war ziemlich depressiv und hatte mich seit nunmehr 2 Jahren selbstverletzt, wobei es nun immer schlimmer wurde (d.h., die Wunden wurden tiefer und es kam häufiger vor).

Meine Therapeutin, bei der ich schon seit 2 Jahren in Therapie war, half mir sehr.... ich schrieb seitenlange Überlegungen was ich nun tun könnte und wägte alle Pro und Contras ab. Der Punkt vor dem ich am meisten Angst hatte, war was ich „den anderen“ sagen würde. Was würden meine Professoren an der Uni denken wenn ich ein Semester fehlen würde ? Was sollte ich wem sagen ?

Im Endeffekt habe ich mich dafür entschieden und bekam nach 3-4 Wochen auch endlich die langersehnte Zusage der KK.

Dann ging es los. Die Klinik war sehr hell und freundlich - alle Fenster und Türen waren offen und eingesperrt schien keiner zu sein. Ich bekam ein eigenes (ziemlich großes) Zimmer mit WC und Dusche. Die Ärzte, Psychologen, Schwestern und überhaupt alle Angestellten waren immer freundlich und ich habe mich ziemlich schnell wohlgefühlt.

Mein Wochenplan sah ungefähr so aus, wobei er sich immer etwas verändert hat:

Zeit Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag
7.45- 8.15 Wirbelsäulen-
Gymnastik
  Adipositasgym A-schwimmen Ad. Gym.
7.00- 8.45 Frühstück
8.30-09.15   Motothera.   Mototherapie  
10.15-11.45 Psycho-
therapieGruppe
  Psycho-
therapiegruppe
  Ergometer
training
12.00-12.45 Mittagessen
13.30-14.15 Mittagsgruppe        
14.30-15.00 Atemtherapie   Atemtherapie    
15.15-16.45 Musiktherapie   Musiktherapie    
17.45-18.45 Abendessen

Außerdem gab es noch zweimal die Woche eine Sprechstunde in der man zu seinem Bezugstherapeuten gehen konnte. Mehrere Freizeitangebote für abends und am Wochenende etc.

Da ich nicht zu den Bulimikern oder Anorektischen gehörte musste ich nicht am betreuten Essen und anderen speziellen Veranstaltungen teilnehmen. Ich erwähne das hier trotzdem, weil ich denke, dass es viele von euch betrifft - Informationen bekommt ihr auf der webseite der
Klinik: www.seepark-klinik.de .

Insgesamt habe ich in der Zeit sehr sehr viel gelernt, ich hatte ein Elterngespräch mit meinen Eltern und 2 Therapeuten indem vieles geklärt werden konnte, ich habe meine Selbstverletzung aufgeben können weil ich gemerkt habe, dass es nur ein Hilferuf nach Aufmerksamkeit war, und dass ich die auch anders bekommen kann. Auch mein Körpergefühl hat sich sehr verändert und im Gegensatz zu vorher fühle ich mich sehr wohl in meiner Haut. Weiterhin habe ich viel über Ernährung etc gelernt und versuche dies jetzt im Alltag umzusetzen. Natürlich klappt es nicht immer, aber es geht mir wesentlich besser als vorher.

Ich könnte viel mehr erzählen, aber ich denke dass das wichtigste ist, dass ich diesen Schritt gewagt habe und das es geht !! Es hat mich zwar sehr sehr viel Kraft gekostet - aber es war es ABSOLUT wert !!!!

Ich wünsche denen die diese Kraft noch nicht haben, dass sie es einfach irgendwann schaffen über ihren Schatten zu springen - denn du bist der wichtigste Mensch in deinem Leben !!!!

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