s gibt ganz unterschiedliche Gruppen von Eßstörungen. Am sinnvollsten ist es jedoch wenn die Betroffene in eine Gruppe von unterschiedlichen Krankheitsabläufen angehört. Zum Beispiel solche, die ihre eigene Eßstörung bereits überwunden haben und positive Erfahrungen weiter geben können. Die Gruppengröße ist sehr unterschiedlich. Es kann von 6 bis zu 12 Personen, die sich über einen längeren Zeitraum regelmäßig treffen, erstrecken. Das kann 1 Mal pro Woche sein, oder 2 Mal im Monat, dies ist ganz individuell. Die Sitzung als solche dauert in der Regel etwa 1,5-2 Stunden. Bevor man sich allerdings für die Gruppe entscheidet sollte man sich vorher folgende Punkte klar machen: 

Bist Du bereit Dich in einer Gruppe zu engagieren und somit ein Stück Verantwortung zu übernehmen? In einer Gruppe ist jeder für sich selber verantwortlich, aber auch dafür wie die Gruppe zusammenarbeitet.
Bist Du bereit regelmäßig an Gruppensitzungen teilzunehmen? Dies ist wichtig als Vorraussetzung. Denn es bringt der Gruppe nichts, wenn Du mal da bist und mal nicht.
Es ist wichtig, nicht zu hohe Erwartungen an die Gruppe zu stellen. Denn wenn diese nicht erfüllt werden, kann es dazu führen, daß Du frustriert bist und die Gruppe wieder aufgibst.
Du solltest Dir klar machen, daß es unter Umständen viel Zeit braucht, bis die Arbeit in der Gruppe Früchte trägt.
Das wichtigste aber ist, daß für Dich klar ist, daß wenn Probleme oder Störungen, die für Dich mit der Gruppe auftreten, sie auch "in der Gruppe" konkret angesprochen werden.

Vorteile:

Weg aus der Isolation
Nachdem die erste Hemmschwelle überwunden ist, sich anderen zu offenbaren, erleben die meisten, das Gespräch in der Gruppe als befreiend. Wenn man sieht, daß es anderen, ähnlich oder sogar gleich ergeht, fühlt man sich nicht mehr länger als Außenseiter.
Weg aus der Passivität
Wenn sich das Leben in der letzten Zeit nur noch um das Essen oder Nicht essen gedreht hat, kann die Gruppe dazu dienen, Anstöße zur sinnvollen Freizeitbeschäftigung zu geben. Wie zum Beispiel: Gemeinsame Aktivitäten, wie Kino, Theater, tanzen, etc.
Neue Freunde finden
Es kommt häufiger vor, daß sich Betroffene von "früheren" Freundschaften distanziert haben. Sei es wegen der Eßstörung, oder aber auch durch die Erkenntnis, daß die Freunde doch keine waren. Jedenfalls bietet die Gruppe neue Kontaktmöglichkeiten.
Den eigenen Körper lernen anzunehmen
In der Gruppe kann man zum Beispiel, sich kritisch mit dem gesellschaftlichen Schönheitsideal auseinandersetzen. In diesem Erfahrungsaustausch kann es gelingen, den eigenen Körper als solches auch zu akzeptieren.
Selbstbewußtsein aufbauen
Die Erfahrung in der Gruppe, wo Du lernst Deine Meinung zu vertreten, Gefühle darzustellen und auch lernst Konflikte auszutragen, wird Dir neue Kraft gegeben. Du lernst so, daß Du Dein Leben selber wieder in die Hand nehmen kannst.
Gegenseitig helfen
Du erlebst in der Gruppe, daß ihr immer wieder unter ähnlichen Problemen leidet. Wer ein Problem aus eigener Erfahrung positiv erledigt bekommen hat, kann somit seine Tips zur Konfliktlösung weiter geben.
Gemeinsames Essen
In dem Maße, in dem Du in der Gruppe Deine anderen Problem lösen kannst, wirst Du auch Dein Eßproblem in den Griff bekommen. In der Gruppe kann man gemeinsam kochen, zusammen essen, und so langsam alles wieder lernen.

Für wen ist die Gruppe nicht geeignet?

Du brauchst unbedingt individuelle und intensive professionelle Hilfe, wenn:

Deine körperliche Gesundheit bereits stark angegriffen ist.
Du Selbstmordgedanken hast.
Unter schweren psychischen Problemen leidest.
Die Eßstörung nicht Deine einzigste Sucht ist, wie zum Beispiel: Alkohol, Drogen, oder selbstzerstörerische Neigungen.